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Viele freuen sich schon auf den Sommerurlaub. Doch nicht selten beginnt dieser mit einer langen und nervenaufreibenden Zeit auf diversen Flughäfen. Flugverspätungen, Flugausfälle und Nichtbeförderung wegen Überbuchungen gehören zum Alltag von Reisenden.

In einem solchen Fall sind Sie aber keinesfalls ohne Rechte. Bei Flugausfällen und Flugverspätungen sowie bei dadurch verpassten Anschlussflügen gibt es EU-weit festgesetzte Entschädigungssummen, die von den Fluglinien bezahlt werden müssen. Die Fluggastrechteverordnung gilt für Flüge, die in der EU angetreten werden oder in der EU enden, wenn die Fluglinie ihren Sitz in der EU hat.

Außerdem muss die Fluglinie Ihnen im Falle von langen Wartezeiten auf Flughäfen eine Verpflegung zur Verfügung stellen, meist erfolgt das in Form von Gutscheinen, die in den Restaurants und Geschäften am Flughafen eingelöst werden können. Ist eine Übernachtung notwendig, muss die Fluglinie Ihnen entweder eine Übernachtungsmöglichkeit organisieren oder die Kosten dafür ersetzen.

Kommt das Gepäck nicht an, hat der Passagier auch Anspruch auf Ersatz notwendiger Gegenstände, etwa Hygieneartikel oder notwendige Kleidung.

Die Ansprüche bei Verspätung, Annullierung oder Nichtbeförderung kurz zusammengefasst:

Kurze Flüge bis 1.500 km

  • bei verspätetem Abflug ab 2 Stunden haben Sie Anspruch auf Betreuungsleistungen (insbesondere Verpflegung)
  • Bei verspäteter Ankunft ab 3 Stunden oder Annullierung haben Sie Anspruch auf eine Ausgleichszahlung von € 250,00

Flüge zwischen 1.500 km und 3.500 km

  • Anspruch auf Betreuungsleistung ab 3 Stunden Verspätung beim Abflug
  • Anspruch auf Ausgleichszahlung in Höhe von € 400,00 bei verspäteter Ankunft ab 3 Stunden oder Annullierung

Flüge über 3.500 km

  • Anspruch auf Betreuungsleistung ab 4 Stunden Verspätung beim Abflug
  • Anspruch auf Ausgleichszahlung in Höhe von € 600,00 bei verspäteter Ankunft ab 3 Stunden oder Annullierung

Bei Annullierungen besteht außerdem ein Anspruch auf anderweitige Beförderung oder wahlweise Rückerstattung des gesamten Ticketpreises.

Kein Anspruch auf Ausgleichsleistungen, aber sehr wohl auf Betreuungsleistungen, besteht, wenn die Verspätung/Annullierung auf außergewöhnliche Umstände, wie Streiks oder Wetterbedingungen zurückzuführen sind.

Im Internet bieten zahlreiche Agenturen an, diese Ansprüche für Sie geltend zu machen. Was dabei meist nur am Rande erwähnt wird: diese Agenturen behalten oft hohe Provisionen ein und prüfen den Anspruch nicht individuell in allen Details. In meiner Kanzlei werden Sie individuell zu Ihren Ansprüchen beraten.

Link zur Verordnung (EG) 261/2004

Mag. Anna Spiegl, Rechtsanwalt Innsbruck

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