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Im September 2018 ist eine vieldiskutierte Novelle im Arbeitszeitrecht in Kraft getreten.

Kernpunkt dieser Novelle ist die Einführung des 12-Stunden-Tages.

Wann gilt der „12-Stunden-Tag“?

Nach nunmehriger Gesetzeslage ist es erlaubt, bis zu 12 Stunden pro Tag zu arbeiten. Bisher lag die Tageshöchstarbeitszeit bei 10 Stunden pro Tag. Nur in sehr wenigen Ausnahmefällen war eine Überschreitung zulässig.

Nichts geändert hat sich jedoch an der täglichen Normalarbeitszeit. Diese beträgt im gesetzlichen Normalfall weiterhin 8 Stunden. Darüber hinausgehende Arbeitszeit sind Überstunden und daher auch mit dem 50%igen Überstundenzuschlag auszuzahlen.

Arbeitnehmer haben aber das Recht, Überstunden ohne Begründung abzulehnen, wenn durch diese die Grenze von 10 Stunden pro Tag überschritten wird. Diese Ablehnung darf keine negativen Konsequenzen für den Arbeitnehmer haben. Wird der Arbeitnehmer wegen dieser Ablehnung gar gekündigt, so hat er die Möglichkeit, die Kündigung bei Gericht anzufechten.

Achtung! Für die Anfechtung gilt eine Frist von zwei Wochen!

Sonderfall Gleitzeit

Besondere Bestimmungen gelten, wenn der Arbeitnehmer und der Arbeitgeber eine Gleitzeitvereinbarung geschlossen haben. In diesen Fällen kann die tägliche Normalarbeitszeit auf bis zu 12 Stunden ausgedehnt werden. Das ist aber nur dann erlaubt, wenn der Arbeitnehmer die Möglichkeit hat, Zeitausgleich in ganzen Tagen zu nehmen und dieser auch mit einem Wochenende verbunden werden kann.

In diesen Fällen können die Zeitguthaben ohne Zuschlag 1:1 ausgeglichen werden. Arbeitnehmer haben die Möglichkeit, Beginn und Ende ihrer Arbeitszeit selbst zu bestimmen und daher auch den Zeitpunkt des Zeitausgleichs.

Wird das Zeitguthaben bis zum Ende der Gleitzeitperiode nicht ausgeglichen und ist auch ein Übertrag in die nächste Periode nicht möglich, wird das Zeitguthaben zu Überstunden. Es ist dann mit dem entsprechenden Überstundenzuschlag auszuzahlen.

Auch bei Gleitzeit gelten ausdrücklich angeordnete Stunden, die über die Normalarbeitszeit hinausgehen, als Überstunden. Diese sind daher zuschlagspflichtig. Wenn daher ein Arbeitnehmer nach 8 Stunden vom Vorgesetzten noch zu einer Besprechung gerufen wird, stellen diese Zeiten Überstunden dar.

Gerne unterstützen wir Sie bei der Erstellung und Prüfung von Arbeitsverträgen, Gleitzeitvereinbarungen etc.

Dieser Blogbeitrag dient nur der Information und kann eine rechtliche Beratung im Einzelfall nicht ersetzen.

Erstellt von Kanzlei Spiegl, Rechtsanwalt Innsbruck

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